deko

 

 

 

Miriam Spektor heute Marianne Oppenheim

geboren 1927 als Marianne Schneider in Köln

Marianne Oppenheims Mutter war Jüdin und arbeitete als Verkäuferin in einem Kaufhaus. Ihr nichtjüdischer Vater leitete einen eigenen Aluminiumguss-Betrieb. Weil ihre Eltern, die sich bald trennten, aber nicht scheiden ließen, beide berufstätig waren, lebte Marianne Oppenheim in ihrer Kindheit häufig bei Verwandten des Vaters in Eisenach. Sie besuchte die Grundschule und wechselte später auf eine Realschule. Bereits 1934 verließ sie sie wieder, da eine Lehrerin keine jüdische Schülerin unterrichten wollte. Anschließend absolvierte sie einen Englisch-Kurs und arbeitete halbtags im Betrieb ihres Vaters. 1938 wurde Marianne Oppenheim konfirmiert.

Bei einem Bombenangriff auf Köln wurde sie mit ihrer Mutter ausgebombt. 1941 musste sie mit ihrer Mutter in ein „Judenhaus“ in der Beethovenstraße ziehen. Ihre Mutter war gezwungen, den Judenstern zu tragen. Im Februar 1943 wurde Marianne Oppenheim zur Gestapo vorgeladen und aufgefordert, sich von der Mutter zu trennen. Dieser Anordnung kam sie jedoch nicht nach. Daraufhin entschieden Mutter und Tochter, nach Eisenach zu gehen, wohnten allerdings nicht bei der Familie ihres Vaters. Dort lebte die Mutter unter falscher Identität.

1944 hatte Marianne Oppenheim eine Liebesbeziehung mit einem Wehrmachtssoldaten von dem sie schwanger wurde. Es gelang ihr, die Schwangerschaft zu abzubrechen und ihrer Mutter vorzuenthalten. Das Kriegsende erlebte sie in Eisenach und war dort ab September 1945 bei der Kriminalpolizei tätig. Später ging sie mit ihrer Mutter zurück nach Köln und engagagiert sich in der dortigen jüdischen Gemeinde.

1949 wanderte sie nach Israel aus und holte ihre Mutter nach. In Israel heiratete sie einen deutschen Juden, der aus einer vorigen Ehe ein achtjähriges Kind mitbrachte. Sie war als Sekretärin für Höchst und Henkel tätig. 1973 bewarb sie sich auf eine Stelle in Deutschland, entschied sich aber dafür, in Israel zu bleiben.

Seit einigen Jahren lebt sie in Haifa in einem Seniorenheim in einer eigenen Wohnung. Dort fand im April 2010 das knapp zweistündige Interview statt. Marianne Oppenheim wurde 1994 in Yad Vashem interviewt. Auszüge des Interviews, die ihr Leben in Eisenach betreffen, stellte Frau Oppenheim dem Stadtarchiv Eisenach zur Verfügung. Diese Unterlagen befinden sich in Kopie ebenfalls in der Werkstatt der Erinnerung.

Werkstatt der Erinnerung
logo fzh
Videoauszüge


 Marianne Oppenheim  erzählt

pfeil Bedeutung des Judentums (2:50)
pfeil Reise nach Israel und Ankunft (2:41)