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Abraham Heilbut heute Abraham Heilbut

geboren 1926 als Adolf Heilbut in Altona

Abraham Heilbut war das einzige Kind seiner Eltern. Die Familie lebte in der Lohmühlenstraße in Altona, der Vater war Auktionator, musste aber sein Geschäft bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aufgeben.

Adolf Heilbut besuchte zunächst die jüdische Grundschule in der Palmaille, anschließend die Talmud Tora Schule. An auffällige antisemitische Diskriminierungen kann er sich nicht erinnern. Nachdem der Vater eines Nachts von überzeugten Nationalsozialisten überfallen und verprügelt wurde, beschloss die Familie zu emigrieren.

Palästina bot sich als Emigrationsziel an, da dort Verwandte lebten, die ihnen auch finanziell aushelfen konnten. Die Überfahrt über das Mittelmeer erlebte Abraham Heilbut als großes Abenteuer. 1938 erreichte die Familie Haifa.

Der Vater ernährte die Familie als Vertreter für Gewürze. Während sich Abraham Heilbut nach Anfangsschwierigkeiten dort gut einlebte, fiel es der Mutter sehr viel schwerer, sie lernte nie Hebräisch. Die Familie lebt in einem typischen Jeckes-Umfeld in Hadar, dem „mittleren“ Stadtteil von Haifa.

Nach dem Abschuss der Mittelschule arbeitete Abraham Heilbut in verschiedenen Fabriken. Sehr viel lieber hätte er Kunst studiert, aber dazu fehlten ihm die finanziellen Mittel. Die letzten zwanzig Jahre seines Berufslebens war er Zeichenlehrer. Anschließend war er als Archivar im Technion tätig, der technischen Hochschule Haifas. 

Ende der 1960er Jahre lernte er seine spätere Ehefrau Doris kennen, die aus der Schweiz eingewandert war. Abraham Heilbut ist heute passionierter Kunstmaler und geht regelmäßig schwimmen um sich fit zu halten. Deutschland gehört für ihn, wie er mir kürzlich schrieb „zu meiner Vergangenheit, nicht zu meiner Gegenwart“.

Das Interview fand im April 2010 in seiner Wohnung statt, seine Frau war anwesend und beteiligte sich gelegentlich am Gespräch.

In der Werkstatt der Erinnerung befindet sich ein weiteres Interview mit Abraham Heilbut aus dem Jahr 2001.

Werkstatt der Erinnerung
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Videoauszüge


 Abraham Heilbut erzählt

pfeil Herkunft und Gründe für die Auswanderung (1:52)
pfeil Ankunft und Ausbildung (0:51)
pfeil Einberufung und die Militärzeit (1:36)
pfeil „Jeckes“ (1:16)