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Brief aus Argentinien

  Brief der Nichte aus Argentinien, undatiert.  

 

 

Leo Arbel heute Leo Arbel

geboren 1931 als Leopold Arolowitsch Langer in Hamburg

Leo Arbels Eltern stammten aus Lettland, seine ältere Schwester kam in Danzig zur Welt. In Hamburg lebte die Familie in der Eppendorfer Landstraße, wo der Vater eine Schuhreparatur betrieb. Leo Arbel besuchte die Talmud-Tora-Schule. Im Juni 1938 wurde sein Vater verhaftet und in den Konzentrationslagern Fuhlsbüttel und Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung war er schwer krank, dennoch gelang ihm die Emigration nach Uruguay. Leo Arbel und seine Schwester emigrierten kurze Zeit später mit Unterstützung einer begüterten Familie nach Montevideo.Die Mutter blieb in Hamburg zurück und versuchte erfolglos über die Niederlande nach Uruguay auszuwandern. Sie wurde im Dezember 1941 nach Riga deportiert und ermordet.

In Montevideo lebten Leo Arbel und seine Schwester in einem Kinderheim, das von der Nueva Congregación Israelita, der deutschsprachigen jüdischen Gemeinde unterhalten wurde. Zu den Eltern hat er kaum Kontakt. Der Vater zog nach Buenos Aires, Argentinien, die Schwester heiratete und zog ebenfalls dort hin. Leo Arbel war im Heim zunächst Mitglied im Bnei Akiva, einem religiös orientierten zionistischen Jugendverband. Später schloss er sich der linkszionistischen Jugendorganisation Hashomer Hatzair an. Mit dieser Gruppe wanderte er 1954 nach Israel aus. Dort lebte er im Kibbuz Negba, den er nach kurzer Zeit aus politischen und sozialen Gründen verließ. 1956 wurde er Soldat. Nach einer Verwundung fand er eine Anstellung bei den israelischen Elektrizitätswerken. 1958 heiratete er Lea, mit ihr hat er drei Söhne.  Das Interview, bei dem seine Frau anwesend war und in dem zeitweilig spanisch, portugiesisch, englisch und hebräisch gesprochen wird, fand im März 2010 in Haifa statt. Leo Arbel ist im Mai 2016 verstorben.

Ein ausführliches Portrait über Leo Arbel findet sich in dem Buch Aus Hamburg in alle Welt. Lebensgeschichten jüdischer Verfolgter aus der „Werkstatt der Erinnerung“, herausgegeben von Linde Apel, Klaus David und Stefanie Schüler-Springorum, Hamburg/München 2011. Das Buch ist in der Präsenzbibliothek der Forschungsstelle für Zeitgeschichte einzusehen.

Werkstatt der Erinnerung
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Videoauszüge


 Leo Arbel erzählt

pfeil Bnei Akiva, Haschomer Hatzair (2:13)
pfeil Ankunft in Israel (3:54)
pfeil Identitätsfragen (in spanischer Sprache) (1:07)